Das Ensemble bei den Schlussakkorden und der Auflösung des Verwirrspieles in der Operette „Die Fledermaus“. (Fotos: Haas)

Das Ensemble bei den Schlussakkorden und der Auflösung des Verwirrspieles in der Operette „Die Fledermaus“. (Fotos: Haas)

„Dein ist mein ganzes Herz“ – Wer den Titel der Veranstaltung liest, denkt unwillkürlich zuerst an Operette, was aber nur zum Teil stimmte. Am Samstagabend trat in der Landauer Stadthalle das Ensemble Arioso mit fünf Interpreten auf, die Gefallen daran hatten, die Gäste mit ihren Stimmen und dem Klavier zu verzaubern.

Hier waren Künstler am Werk, die es verstanden, in einem Spannungsbogen von der Oper zur Operette das Ernste und Heitere der klassischen Musik vorzuführen. Eingestimmt auf den Abend hat am Klavier Taras Yachshenko mit dem Adagio aus der 8. Sonate Ludwig van Beethovens. Moderator Andreas Schimkus hatte die Aufgabe, durch die Gezeiten der verschiedenen Musikstile, Komponisten und Kompositionen zu führen. In der Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach zeigten die fünf Musiker als Quintett ihre Stärken und setzten erstmals ein Ausrufezeichen ihres gesanglichen Könnens.
Die Sopranistinnen Natalia Zalesskaja und Rodika Arhirii sowie Boris Kogan (Tenor) und Alexander Heydeck (Bass) gaben den Kompositionen von Charles Gounod, Georges Bizet, Peter Tschaikowski oder auch W. A. Mozart die richtige stimmliche Fülle. Wie von Klangwogen überrollt wurden die Zuhörer mitgerissen in die Welt der Musik. Überhaupt wurden im ersten Teil die bekannten Stücke aus den verschiedenen Opern bevorzugt, wo hingegen nach der Pause die Operette zum Zuge kam.

Bei den Klassikern der russischen Komponisten zeigte sich, dass diese, in der Muttersprache aufgeführt, die besondere Betonung in den einzelnen akzentuierten Passagen sehr gut hervorhebt. Diese Intonierung in der Sprache kann nicht erlernt werden, sie wird faktisch mit der Muttermilch aufgesogen, oder wie die Sänger selbst sagten: „Wir singen die Lieder in der Heimatsprache mit der Seele.“

Auch ein anderer Künstler der damaligen Zeit, Guiseppe Verdi, hat mit dem bekanntesten Werk, dem Gefangenenchor aus Nabucco, die Herzen berührt. Verdi, damals selbst durch schwere Schicksalsschläge wie gelähmt, wurde allein durch die Textzeile „Flieg Gedanke auf goldenen Flügeln“ zu diesem grandiosen Werk inspiriert und sein Meisterwerk durfte bei dieser Aufführung selbstredend nicht fehlen. Im zweiten Teil des Abends wurde die Operette gewürdigt, hier speziell „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Hierzu wurde auch eine kurze Bühnenaufführung geboten, um die Gäste auf das Geschehen einzustimmen. Der Haftbefehl gegen von Eisenstein, das ausschweifende Abschiedsfest, die Irrungen und Wirrungen der ganzen Festgesellschaft. Ein vortrefflicher Theaterstoff, den eine heitere Operette ausmacht und den die vier Künstler bestens herüberbrachten. Bei diesem furiosen Verwechslungsspiel agierten und sangen die Akteure mit besonderem Feuer und wurden von dem Applaus immer weiter getrieben bis zum Finale. Für Klassikenthusiasten sicherlich ein lohnender Abend, der wieder Appetit auf mehr machte.